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Steuern sparen mit Umbauten zur Barrierefreiheit

8. Juni 2018

    Steuern sparen mit Umbauten zur Barrierefreiheit

     

    Jeder Umbau kostet Geld, doch manchmal ist er einfach nötig. Wenn die Mobilität nachlässt, ob altersbedingt, durch eine Krankheit oder einen Unfall, verändern sich die Ansprüche an die eigene Wohnung. Je nachdem, welche Anpassungen vorgenommen werden, kann das ganz schön teuer werden. Das weiß auch der Gesetzgeber – und ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen eine Absetzung der Umbaukosten.

     

    Unterstützung bei außergewöhnlichen Belastungen

     

    Das Stichwort lautet „außergewöhnliche Belastung“: Aufwendungen, die aufgrund einer Krankheit oder altersbedingten Einschränkung nötig werden, erfüllen die gesetzlichen Bedingungen dafür. Die Kosten eines barrierefreien Umbaus können also nach § 33 EStG abgesetzt werden. Auch bauliche Ergänzungen, beispielsweise ein Treppenlift, fallen unter diesen Paragraphen. Das kann für die Betroffenen eine große Erleichterung bedeuten. Allerdings muss der Umbau bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Die einleuchtendste ist, dass er tatsächlich nötig ist, um die Wohnung oder das Hauses weiter nutzen beziehungsweise den Alltag meistern zu können. Doch es gibt noch eine weitere Hürde: Die sogenannte Gegenwerttheorie, die Finanzämter gern anwenden, um den Steuernachlass abzulehnen.

     

    Gerichtsurteile zugunsten der Steuerzahler

     

    Die Gegenwerttheorie beruht darauf, dass eine Aufwendung nur dann als außergewöhnliche Belastung gilt, wenn sie tatsächlich eine Belastung ist. Wenn es durch die Ausgabe nicht zu einer Vermögensminderung, sondern nur einer Umschichtung kommt – beispielsweise vom Barvermögen zu einer Wertsteigerung der Immobilie –, dann verweigert das Finanzamt die Absetzung. Beim Umbau zur Barrierefreiheit lohnt es sich jedoch häufig, dagegen Beschwerde einzulegen. Denn der neu geschaffene Gegenwert muss auch uneingeschränkt verkehrsfähig sein. Ist eine Anschaffung nur für eine bestimmte Person oder begrenzte Personengruppe brauchbar, ist ihr allgemeiner Verkehrswert sehr eingeschränkt. Das bedeutet in diesem Fall: Eine bauliche Maßnahme, die nur für Mobilitätseingeschränkte einen deutlichen Nutzen bringt – etwa der Austausch einer Badewanne gegen eine Dusche mit niedrigerem Einstieg und Haltegriffen –, kann in vollem Umfang abgesetzt werden. In der Urteilsbegründung eines solchen Falls merkte das Gericht an, dass ein potenzieller Käufer der Immobilie, der selbst keine Mobilitätseinschränkungen hat, sicher nicht bereit wäre, einen angemessenen Mehrpreis dafür zu zahlen. Auch bauliche Ergänzungen, die spezifisch für bewegungseingeschränkte Personen oder Rollstuhlfahrer konstruiert werden, wie der oben erwähnte Treppenlift, haben laut Bundesfinanzgericht nur eine eingeschränkte Verkehrsfähigkeit. Wenn also ein Umbau zur Barrierefreiheit nötig wird, sollten die Kosten in jedem Fall in der Steuererklärung angegeben werden. Kommt ein ablehnender Bescheid des Finanzamts, lohnt sich in den meisten Fällen eine Beschwerde.