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Pflegeheimzertifikate

26. Juli 2017

    Der Umzug in ein Pflegeheim ist eine weitreichende Entscheidung. Für Betroffene und Angehörige ist es oft nicht leicht, unter den vielen Anbietern mit jeweils unterschiedlichen Konzepten die passende Einrichtung zu finden. Bei der Auswahl verschaffen Zertifikate einen Überblick und ermöglichen eine Einschätzungen der Leistungen. Sie geben Auskunft darüber, welche Merkmale und Standards von den Pflegeheimen umgesetzt werden, da diese ihr Angebot aus eigenem Antrieb heraus transparenter gestalten wollen.

    Qualitätsmanagement als Grundlage

    Die Vielfalt ist groß, denn die Zertifikate werden von verschiedenen Trägern vergeben. Dabei setzt jeder andere Schwerpunkte: Einige bewerten das gesamte Pflegeheim anhand festgelegter Kriterien. Andere konzentrieren sich auf einen bestimmten Bereich, wie stationäre oder Tagespflege, Diabetes, Schmerztherapie und Pflegemanagement. Allen Zertifikaten gemein ist, dass sie keine Aussagen über die Qualität der Pflege ermöglichen, da diese nur sehr subjektiv beurteilt werden kann. Vielmehr bieten sie einen Überblick über die gebotenen Leistungen. Grundlage der meisten Siegel bildet die DIN-Norm 9001. Sie schreibt grundlegende betriebswirtschaftliche Kriterien für ein Qualitätsmanagement vor, wie zum Beispiel zur Führung, der Dokumentation, dem Personaleinsatz und dem Gesundheitsschutz.

    Pflegerische und persönliche Merkmale

    Betroffene und Angehörige können anhand von Merkmalen, wie dem Pflegekonzept oder einer speziellen Versorgung für Demenzkranke, das passende Zertifikat und so eine geeignete Einrichtung finden. Im Internet gibt es eine Datenbank mit 20 Zertifikaten und ihren Kennzeichen, erstellt vom Zentrum für Qualität in der Pflege. Das Gütesiegel Kneipp-Bund e.V. verlangt zum Beispiel Schulungen der Mitarbeiter zum Konzept von Sebastian Kneipp. Dagegen ist für den „Grünen Haken für Lebensqualität in der stationären Betreuung“ wichtig, ob bei der Betreuung der persönliche Werdegang des Heimbewohners berücksichtigt wird.

    Pflegeberatungen bieten telefonisch und online Informationen, um bei der Wahl einer Einrichtung zu unterstützen. Zusätzlich kann eine persönliche Beratung bei den Kommunen in Anspruch genommen werden, die von der Pflegeversicherung gefördert wird. Interessierte können die Sprechstunden in den Büros der Pflegestützpunkte wahrnehmen. Bei Bedarf kommen die Mitarbeiter auch persönlich nach Hause.