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Demografie-Simulation: Dem Wandel auf der Spur

8. Juni 2018

    Demografie-Simulation: Dem Wandel auf der Spur

     

    Beim Stichwort Bevölkerungsentwicklung stehen meist die wachsende ältere Bevölkerung sowie die damit verbundenen Konsequenzen für die Pflege und das Rentensystem im Zentrum der Diskussion. Für Städte und Gemeinden hat jedoch auch die rückläufige Zahl junger Menschen weitreichende Auswirkungen. Im Workshop „Demografie-Simulation 2050“ der S&N Kommunalberatung wird anhand vier fiktiver Dörfer ein Rückgang der jungen Bevölkerung simuliert, um die Auswirkungen zu veranschaulichen und die Beteiligten zu Lösungen für ihre eigenen Kommunen zu inspirieren.

     

    Auswirkungen auf Bildungs- und Freizeiteinrichtungen

     

    Die Gemeinde Ingelheim hat diesen Workshop mit zahlreichen Beteiligten aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens durchgeführt. Vertreter aus Politik, Kirchen, Vereinen, Polizei und Kitas waren anwesend. Sie sind direkt mit den Herausforderungen des demografischen Wandels konfrontiert, da zahlreiche Ehrenämter auf Jugendliche und junge Erwachsene angewiesen sind. So geht in Zukunft [2] Jugendfeuerwehren sowie Kirchengemeinden[3] der Nachwuchs aus. Aber auch Betriebe können ihre Ausbildungsstellen zukünftig nicht mehr besetzen. Kindertagesstätten, Schulen und auch Sportvereine müssen zusammengelegt werden. Das bedeutet längere Anfahrtswege für die Eltern ‒ Zeit, die dann wieder an anderer Stelle fehlt.

     

    Ältere Menschen stärker einbinden

     

    Städte und Gemeinden müssen daher frühzeitig Konzepte entwickeln, um dem demografischen Wandel entgegenzutreten. Eine Lösung kann die stärkere Einbindung jüngerer Senioren sein. Sie könnten beispielsweise Fahrdienste zu Sportvereinen übernehmen. Es wäre auch denkbar, sie in der Pflege bei leichten Aufgaben als Unterstützung einzustellen, um den Wettstreit der Kommunen um Fachkräfte einzudämmen.

     

    Der Wandel geht auch am Wohnungsmarkt nicht spurlos vorüber. Der barrierefreie Umbau und Neubau wird zunehmend wichtiger.Hinzu kommt eine Verschiebung der Nachfrage von großen Wohnungen und Häusern für Familien mit Kindern hin zu kleineren Wohneinheiten.

     

    Die Gemeinde Ingelheim geht, auch aufgrund des Simulations-Workshops, den demografischen Wandel proaktiv an und hat bereits erste Maßnahmen ergriffen. So werden Neu-Bürger bei der Anmeldung und Senioren bei der Stellung des Rentenantrags direkt nach ehrenamtlichen Tätigkeiten gefragt, die sie übernehmen wollen. Ziel ist es, die Einwohner stärker in der Gemeinde einzubinden. Grundsätzlich sollten sich die Kommunen bundesweit mit dieser Thematik auseinandersetzen, um passende Lösungen für die eigene Situation zu finden.